Was ist die Klimamanufaktur?

Die KlimaManufaktur ist ein Gemeinschaftsunternehmen von den Stadtwerken Burg und FutureCamp. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Sie dabei zu unterstützen, aktiven Klimaschutz zu betreiben. Deshalb bieten wir eine Palette an Produkten und Dienstleistungen zum freiwilligen Ausgleich von klimaschädlichen Emissionen im privaten und geschäftlichen Bereich an.

Wer steckt hinter der Klimamanufaktur?

Die KlimaManufaktur ist ein Gemeinschaftsunternehmen von den Stadtwerken Burg und FutureCamp.

FutureCamp ist seit 2001 als Beratungsunternehmen in den Kompetenzfeldern Klima, Energie und Umwelt tätig. Wir unterstützen unsere Kunden mit einer breiten Palette an Dienstleistungen in den Bereichen Strategieberatung, operative Dienstleistungen, Handel, Workshops sowie Research & Studien.

Die Stadtwerke Burg wurden im Jahr 1991 neu gegründet und sind ein regionaler Energieversorger für Strom, Gas und Fernwärme in Burg, dem Jerichower Land und darüber hinaus. Zu unseren Kunden zählen Privat- und Gewerbekunden, Geschäftskunden und Kommunen. Neben der Energielieferung gehören Angebote zur Nutzung Erneuerbarer Energien, zur Steigerung der Energieeffizienz und Beleuchtungslösungen zum Portfolio der Stadtwerke Burg.

Wie werden klimawirksame Emissionen berechnet?

Um klimawirksame Emissionen berechnen zu können, sind zunächst Informationen über die jeweiligen Lebens- bzw. Geschäftsbereiche notwendig. Anhand von Verbrauchsrechnungen lassen sich beispielsweise jährlich verbrauchte Gas- und Strommengen ablesen. Für solche Werte lassen sich dann mit Hilfe von offiziell anerkannten Emissionsfaktoren die dadurch verursachten klimarelevanten Treibhausgase errechnen. Dabei fließen sowohl direkte Verbrennungs- und Prozessemissionen als auch indirekte Emissionen aus Vorketten in die Berechnung ein. Beispielsweise wird bei der Berechnung von PKW-Emissionen auch der Teil der klimarelevanten Emissionen berücksichtigt, der schon bei der Herstellung und dem Transport des später verbrannten Treibstoffs entsteht. Sollten detaillierte Informationen nicht zur Verfügung stehen, kann die KlimaManufaktur mit Durchschnittswerten möglichst realitätsnahe Zahlen in die Berechnung einfließen lassen. Unsere Kunden können dabei wählen, ob sie einen Ausgleich lieber anhand standardisierter, konservativer Emissionswerte leisten oder ob sie es bevorzugen, eine individuelle Berechnung vorzunehmen.

Was ist ein CO2-Fußabdruck?

Der CO2-Fußabdruck beschreibt die insgesamt anfallenden Emissionen von CO2 und anderen klimarelevanten Treibhausgasen, die während der Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung entstehen. Die Summe aus den Emissionen für konsumierte und verbrauchte Produkte und Dienstleistungen ergibt somit den individuellen CO2-Fußabdruck. Ein geringer CO2-Fußabdruck impliziert dabei eine klimafreundliche Lebensweise.

Was ist ein Emissionsfaktor?

Emissionsfaktoren sind Kenngrößen zur Berechnung von CO2-Fußabdrücken. Sie geben an, wie viele Tonnen CO2 und andere Treibhausgase pro eingesetzte Menge eines Produktes oder einer Dienstleistung freigesetzt werden (z.B. t CO2e pro Flug).

Was sind CO2-Äquivalente (CO2e)?

Neben CO2 gibt es noch weitere Treibhausgase, die sich schädlich auf das Klima auswirken. Die Klimawirkung ist dabei unterschiedlich. CO2, als das am meisten emittierte Treibhausgas, hat sich dabei als Maßstab etabliert. Die Klimawirkung der anderen Gase wird daher in CO2-Äquivalenten oder auch CO2e (CO2 equivalent) dargestellt. Methan (CH4) z.B. hat eine 21mal höhere Treibhauswirkung wie CO2. Daher entspricht die Emission von 1 t CH4 in ihrer Wirkung auf das Klima der Emission von 21 t CO2 oder anders dargestellt 1 t CH4 = 21 t CO2e.

Woher stammen die Emissionsfaktoren?

Für die Berechnung von CO2-Fußbadrücken verwenden wir ausschließlich Emissionsfaktoren aus anerkannten und offiziellen Quellen. Dazu zählen unter anderem Emissionsfaktoren der Vereinten Nationen, des Umweltbundesamtes, des Öko-Instituts und von etablierten Berechnungswerkzeugen wie z.B. Gemis oder EcoInvent.

Warum soll ich meine Emissionen berechnen?

Als erster Schritt für einen Beitrag zum Klimaschutz ist es wichtig, eine Einschätzung über eigens verursachte Emissionen zu erhalten. Nur mit dieser Information ist es möglich, Einsparpotentiale zu erkennen und persönliche Emissionen zu mindern. Zudem können auf Grundlage dieser Information Emissionskompensationen vorgenommen werden. Als Alternative zur eigenen Berechnung bieten wir unseren Kunden auch an, anhand standardisierter, konservativer (heißt: im Zweifel höherer) Emissionswerte eine Kompensation vorzunehmen.

Warum soll ich meine Emissionen kompensieren?

Grundsätzlich ist der beste Klimaschutz, Emissionen erst gar nicht zu verursachen. Dennoch gibt es Lebensbereiche, in denen Emissionen weniger leicht vermieden bzw. Emissionseinsparungspotentiale weniger leicht zu realisieren sind. In diesen Fällen bietet sich eine Kompensation von Emissionen an. Da Treibhausgasemissionen global wirken, spielt es für das Klima keine Rolle, wo diese eingespart werden. Daher ist die Emissionskompensation im Sinne eines freiwilligen Ausgleichs ein wirksames Klimaschutzinstrument. Durch ausgewählte nationale und internationale Kompensationsprojekte (siehe Projektliste) kann auf diese Weise ein Beitrag zum Klimaschutz durch die Verminderung von Emissionen an anderer Stelle geleistet werden.

Wie läuft eine Emissionskompensation ab?

Für jede beauftragte Kompensation kauft die KlimaManufaktur in der Höhe der jeweiligen Emissionsberechnung Emissionsminderungszertifikate und legt diese still (d.h.: macht sie so unbrauchbar für andere). Dadurch werden Emissionsminderungsprojekte unterstützt und somit Emissionen an anderer Stelle vermieden. Hierdurch werden die eigenen Emissionen kompensiert. Wir kaufen ausschließlich Zertifikate aus hochwertigen und anerkannten Klimaschutzprojekten im In- und Ausland. Oftmals werden durch die Emissionsminderungsprojekte neben der Emissionsminderung auch weitere positive Nebeneffekte erreicht, z.B. soziale Verbesserungen oder Schaffung von Infrastrukturen (z.B. Stromversorgung oder Wasser).

Welche Annahmen liegen den Emissionsberechnungen zugrunde?

Da häufig keine detaillierten Informationen über klimarelevante Aktivitäten zur Verfügung stehen, müssen teilweise Annahmen getroffen werden und durchschnittliche Emissionen des deutschen Bundesbürgers herangezogen werden. Sollten beispielsweise keine genauen Stromverbrauchswerte vorliegen, werden durchschnittliche pro-Kopf-Verbrauchswerte in Deutschland und ein vom Umweltbundesamt ermittelter deutscher Strom-Mix für die Stromherstellung verwendet.

Zudem berücksichtigen die von uns genutzten Emissionsfaktoren nicht nur CO2-Emissionen, sondern ggf. auch weitere klimarelevante Emissionen, wie beispielsweise Methan (CH4) oder Fluorkohlenwasserstoffe (FKW/H-FKW), welche in der Form von CO2-Äquivalenten in die Berechnung einfließen. CO2-Äquivalente geben dabei den relativen Treibhauseffekt des jeweiligen Treibhausgases verglichen zu CO2 wieder. Beispielsweise hat Methan (CH4) ein 21-mal höheres Treibhauspotential als CO2. Eine Tonne Methan trägt also 21-mal stärker zum Treibhauseffekt bei als eine Tonne CO2.

Welchen Nachweis bekomme ich für die Kompensation meiner Emissionen?

Für die Kompensation Ihrer Emissionen nutzen wir ausschließlich hochwertige und anerkannte Emissionsminderungsprojekte, welche nach international anerkannten Standards und Anforderungen durchgeführt und von unabhängigen Stellen zertifiziert und verifiziert werden. Die Zertifikate werden allesamt in anerkannten Registern geführt. Dort nehmen wir in regelmäßigen Abständen öffentlich einsehbare Stilllegungen für unsere Kunden vor. Alle unsere Kunden bekommen in Form einer Urkunde den Nachweis über die von ihnen vorgenommene Kompensation. Weiterführende Informationen über die verwendeten Emissionsminderungsprojekte finden sie unter "Welche Projekte werden zur Emissionskompensation verwendet und wie wurden diese ausgewählt?" und in der KlimaManufaktur-Projektliste.

Welche Projekte werden zur Emissionskompensation verwendet und wie wurden diese ausgewählt?

Für unsere Produkte nutzen wir ausschließlich Emissionsminderungszertifikate aus hochwertigen und anerkannten Klimaschutzprojekten:

JIM.NRW - Deutschland

Im Rahmen des Projektes JIM.NRW (JI) wurde die vorzeitige Umstellung alter Heizungsanlagen auf moderne Biomasse- oder Erdgas-Heizungstechnologien gefördert. Das Programm richtete sich an Gewerbe- und Industriebetriebe in Nordrhein-Westfalen.

Tuzla - Türkei

Durch das Geothermie-Projekt (GS VER) Tuzla (7,5 MW) wird die Nutzung Erneuerbarer Energien in der Türkei weiter gefördert. Darüber hinaus werden positive soziale und infrastrukturelle Nebeneffekte erzielt.

Sayan - Türkei

Durch das Wasserkraft-Projekt (GS VER) Sayan (Ein Wasserkraftwerk mit einer Gesamtkapazität von 14,9 MW) wird die wirtschaftliche Entwicklung in der Region unterstützt und ein Beitrag zur Energiesicherheit sowie Nutzung regenaritiver Energiequellen zur Sromerzeugung geleistet.

Bei der Auswahl der Projekte achten wir auf einen ausgeglichenen Mix aus Projekten in verschiedenen Weltregionen. Wichtig ist uns dabei besonders, dass auch Emissionsminderungsprojekte aus Deutschland berücksichtigt sind. Insbesondere achten wir auf die hohe Qualität der durch uns ausgewählten Projekte. Viele unserer ausgewählten Projekte wurden durch unseren Gesellschafter FutureCamp in der Umsetzung begleitet.

Was bedeutet CDM, JI, VER und Gold-Standard (GS)?

CDM-Projekte (Clean Development Mechanism) sind Emissionsminderungsprojekte, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls in Entwicklungs- und Schwellenländern durchgeführt werden. Durch sie soll auch ein Transfer von klimafreundlichen Technologien in diese Länder stattfinden, um dort eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Kontrolliert und zertifiziert werden CDM-Projekte durch den CDM-Exekutivrat des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC: United Nations Framework Convention on Climate Change). Die daraus generierten Zertifikate (CER: Certified Emission Reductions) können sowohl im Rahmen des EU-Emissionshandels, als auch für die freiwillige Emissionskompensation eingesetzt werden.

JI-Projekte (Joint Implementation) sind Emissionsminderungsprojekte, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls in Industrieländern durchgeführt werden. Diese werden durch die nationalen Behörden kontrolliert. In Deutschland ist hierfür z.B. die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamtes zuständig. Die daraus generierten Zertifikate (ERU: Emission Reduction Unit) können ebenfalls sowohl im Rahmen des EU-Emissionshandels, als auch für die freiwillige Emissionskompensation eingesetzt werden.

VER-Projekte können im Vergleich zu CDM- und JI-Projekten ausschließlich zur freiwilligen Emissionskompensation genutzt werden und werden von unabhängigen Stellen verifiziert. Sie orientieren sich dabei üblicherweise an den Projektstandards für CDM- und JI-Projekte. Wir verwenden ausschließlich VERs aus international anerkannten Standards.

Der Zusatz des Gold Standards (GS) bei CDM- oder VER-Projekten steht für ein zusätzliches Augenmerk auf nachhaltige Entwicklungsimpulse, welche durch die Durchführung der Emissionsminderungsprojekte in den Schwellen- und Entwicklungsländern hervorgerufen werden sollen (z.B. im sozialen oder infrastrukturellen Bereich). Zudem werden nur solche Projekte zertifiziert und verifiziert, bei denen die lokale Bevölkerung in den Entscheidungsprozess miteinbezogen wurde. GS-Projekte stehen somit für besonders hochwertige Projekte. Federführend wurde der GS durch das WWF u.a. in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Bau entwickelt.

Was ist das Kyoto-Protokoll?

Das Kyoto-Protokoll gilt als Meilenstein in der internationalen Klimapolitik. Es wurde auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention 1997 in Kyoto verabschiedet. Es enthielt erstmals rechtsverbindliche Reduktionsziele für Industrie- und Transformationsländer (Annex B) und regelt die flexiblen Mechanismen (CDM, JI, Internationaler Emissionshandel). Es ist 2005 mit der Ratifizierung Russlands in Kraft getreten. Die erste sogenannte Verpflichtungsperiode ist am 31.12.2012 abgelaufen, die laufende zweite endet am 31.12.2020. Inzwischen haben alle EU-Mitgliedsstaaten sowie wichtige Schwellenländer wie Brasilien, China und Südkorea das Protokoll ratifiziert.

Wer prüft die Projekte und die Zertifikate?

Die Projekte durchlaufen vor Registrierung einen sehr umfangreichen Prüfprozess. Bei CDM- und JI-Projekten sind dies vom Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC: United Nations Framework Convention on Climate Change) vorgegebene, formale Prüfprozesse. Erst wenn ein Projekt genehmigt und umgesetzt wurde, kann es Emissionsminderungszertifikate generieren. Die Emissionsminderungen werden zusätzlich geprüft. In der Regel findet einmal jährlich ein Verifizierungsprozess statt, bei dem genau geprüft wird, in welcher Höhe Emissionsminderungen in dem zu prüfenden Zeitraum tatsächlich stattgefunden haben. Diese Prüfung wird von speziell dafür zugelassenen Prüforganisationen (z.B. die TÜV-Gesellschaften) durchgeführt und auch durch die offiziellen nationalen und internationalen Behörden überprüft. Bei VER-Projekten sind diese Prüfprozesse ähnlich aufgebaut. Zu den einzelnen Standards siehe "Was bedeutet CDM, JI, VER und Gold-Standard (GS)?".

Wie lange kann ein Projekt Emissionsminderungszertifikate generieren?

Bei der ersten Prüfung des Projekts wird festgestellt, wie hoch die Emissionseinsparung im Vergleich zum „Business-as-usual“-Fall sein wird. Der Projektträger kann dabei wählen, ob die Projektlaufzeit insgesamt 10 Jahre betragen soll. Dann kann das Projekt nach 10 Jahren keine Zertifikate mehr generieren. Er kann aber auch die Projektlaufzeit zunächst auf 7 Jahre festlegen und sie dann ggf. nach einer Überprüfung und Anpassung der angenommenen Werte und Rahmenbedingungen um weitere 7 Jahre verlängern. Dies kann er zweimal tun, so dass die maximale Projektlaufzeit bei 21 Jahren liegen kann.

Wie lange sind Emissionsminderungszertifikate haltbar?

Emissionsminderungszertifikate haben keine definierte Haltbarkeit. Allerdings besagt eine ungeschriebene Faustregel, dass bei einer Emissionskompensation der Zeitraum zwischen der Emissionsminderung des Kompensationsprojekts und den zu kompensierenden Emissionen (also Ihren Emissionen) höchstens 5 Jahre betragen sollte.