JI – Modellprojekt Nordrhein-Westfalen

Umstellung auf Erdgas- und Biomassefeuerung zur Wärme­erzeugung

JIM.NRW
Quelle: FutureCamp

Das JIM.NRW Programm wird von der EnergieAgentur.NRW koordiniert, die JIM.NRW im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und Energie Nordrhein-Westfalen umgesetzt hat. Es richtet sich an Gewerbe- und Industriebetriebe sowie an öffentliche und private Einrichtungen mit kleinen und mittelgroßen Heizungsanlagen in Nordrhein-Westfalen. Diese haben bis Ende 2012 Zuschüsse für die vorzeitige Umstellung alter Heizungsanlagen auf moderne Biomasse- oder Erdgas-Heizungstechnologien erhalten.

Erhebliche Mengen an Kohle, Heizöl oder Erdgas werden so eingespart, was den CO2-Ausstoß deutlich reduziert. Für die ermittelte Menge der Emissionsminderung (in Tonnen CO2) stellt die zuständige nationale Behörde, die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), eine entsprechende Menge an CO2-Zertifikaten zur Verfügung. Diese Zertifikate werden durch FutureCamp verkauft und dem Projektteilnehmer als Bonus ausbezahlt.

Nachhaltigkeit

Nicht nur umweltfreundlich…

  • Vermeidung von Treibhausgasen
  • Beitrag zur effizienteren Nutzung der Energieträger
  • Langfristiges Technologie- und Markteinführungsprogramm
  • Innovativer Projektansatz, der als Modell für andere Projekte dient

…sondern auch sozial fair

  • Zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten für den Betrieb vor Ort und den Brennstoff-Lieferanten
  • Schaffung weiterer Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung in den Bereichen Bau, Betrieb und Wartung

...  und wirtschaftlich interessant

  • Kostenersparnis durch geringeren Brennstoffeinsatz
  • Investitionskostenzuschüsse durch Einnahmen aus dem Verkauf der Zertifikate

JIM.NRW

Programmatisches Joint Implementation Projekt (JI PoA)

JI-Projekte sind Klimaschutzprojekte in Ländern, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert und sich zu einer Begrenzung ihrer Emissionen verpflichtet haben. Ziel dieser Klimaschutzprojekte ist die Erzeugung und der Transfer von Zertifikaten – den sog. Emission Reduction Units (ERU) – aus den generierten Emissionsminderungen.

Durch die Teilnahme an JIM.NRW werden erzeugte Emissionsminderungen in Emissionszertifikate umgewandelt, nachdem erstere genau quantifiziert und durch ein akkreditiertes Prüfunternehmen im Rahmen einer Zertifizierung bestätigt wurden. Die zuständige Genehmigungsbehörde, die DEHSt, hat das Projekt offiziell genehmigt und die Zertifikate ausgegeben. Auf diesem Weg wird ein Maximum an Glaubwürdigkeit erreicht und die Qualität der Zertifikate garantiert. Die in diesem Zusammenhang notwendigen Aktivitäten bis zur erfolgreichen Genehmigung und Vermarktung führt FutureCamp im Auftrag der EnergieAgentur.NRW durch.

Projektdetails

  • Projektregistrierung: 24. Januar 2008
  • Ausgegebene ERUs: 60.370 von 2008 bis 2012

Beispielprojekte

KITA Hörstgen, Kamp-Lintfort

In der integrativen, heilpädagogischen Kindertagesstätte werden behinderte und nicht-behinderte Kinder durch ein therapeutisches Angebot von Sprachtherapie bis hin zu therapeutischem Reiten und Schwimmen umfassend gefördert. Auch kleinere Anlagen sind für Klimaschutzmaßnahmen lohnend: In der KITA wurde eine kohlebefeuerte Kesselanlage durch eine effizientere Biomasseanlage ersetzt. Mit dem Einsatz von Holzpellets wird der CO2-Ausstoß um 100% gemindert.

Gartenbau Schneider, Moers

Geranien und Alpenveilchen wachsen in Moers auf fast 11.000 m2 unter Glas. Jedoch ohne Wärmezufuhr von außen gedeihen die Pflanzen nicht. Hohe Heizkosten ließen den Familienbetrieb von einer kohlebefeuerten Anlage auf eine Biomasseanlage umschwenken. Die neue, effizientere Kesselanlage spart fast 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Schulzentrum Südstadt, Neuss

Das Schulzentrum hat von der Umstellung auf eine Holzpelletanlage profitiert. Seit Februar 2009 versorgt die neue Anlage Schüler und Lehrer mit klimafreundlicher Wärme. Die CO2-Einsparungen umfassen ca. 300 Tonnen jährlich.