Trinkwasserbrunnenprojekt Gatsibo (GS VER, Ruanda)

Gold Standard VER, Ruanda

Trinkwasser Gatsibo
Quelle: Likano

Der Projektbezirk Gatsibo ist ein überwiegend ländlicher Teil von Ruanda, in dem die lokale Bevölkerung das traditionelle ineffiziente 3-Steine-Feuer für das Abkochen von Trink- und Brauchwasser verwendet. Durch die Verbrennung von Brennholz werden Treibhausgase freigesetzt. Der Abkochvorgang kann aber vermieden werden, sobald eine Technologie zur Verfügung steht, die reines, sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge liefert.
Sauberes Trinkwasser aus dem Brunnen bedeutet für die Menschen vor allem eine sichere Versorgung und Schutz vor Krankheiten, die oft tödlich enden. Darüber hinaus verringert sich durch das Projekt der Brennholzbedarf - ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der lokalen Wälder und der Tierwelt.
Die Revitalisierung von Trinkwasserbrunnen ist somit auch ideal für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, das Wasser muss nicht mehr abgekocht werden und ist sofort trinkbar.

Nachhaltigkeit

Nicht nur umweltfreundlich…

  • Durch das Gesamtprojekt werden CO2-Emissionen reduziert und somit wird ein Beitrag zur Verminderung des Treibhauseffekts geleistet.
  • Darüber hinaus trägt das Projekt durch Reduktion der Abholzung der Wälder zum Erhalt der Biodiversität in dem Gebiet bei.
  • Insgesamt verringert dies im Vergleich zu dem traditionellen 3-Steine-Feuer den Brennholzverbrauch um 70%.

…sondern auch sozial fair und engagiert.

Neben dem Nutzen, den das Projekt
für die Umwelt bringt,

  • verbessert es den Lebensstandard der Bevölkerung in der Region, durch die Versorgung von 68.000 Menschen mit jährlich rund 150 Millionen Litern frischem, sauberem Trinkwasser,
  • hat es einen positiven Einfluss vor allem für Frauen und Kinder, die mit der neuen Technologie weniger Zeit für das Sammeln von Brennholz für das Abkochen von Trinkwasser aufwenden müssen und
  • schützt es vor Krankheiten und verhindert Todesfälle auf Grund von verunreinigtem Wasser.

Projektziele

  • Reduktion der CO2-Emissionen
  • Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Entwicklung
  • Verbesserung der sozialen Situation in der Region

Hintergrund

Viele der existierenden Wasserlöcher sind Eigentum von Gemeindegruppen bzw. gemeindegestützten Organisationen. Sie sind aufgrund schlecht geführter oder zu kostenaufwendiger Wartungsprogramme verfallen.

In diesem Projekt werden in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeindegruppen in Gatsibo beschädigte Wasserlöcher identifiziert und renoviert. Die Wasserlöcher, die als inaktiv identifiziert werden, können die lokale Bevölkerung nicht mehr mit sauberem Trinkwasser versorgen. In der Regel sind gebrochene Pleuelstangen, beschädigte Zylinder und Pumpengriffe die Ursache für den Verfall.

Die Fakten auf einen Blick

Trinkwasser Gatsibo
Quelle: Likano

Projektstandard und Methodologie

Das Projekt gehört zu den freiwilligen Klein-Projektaktivitäten unter GS PoA 1247 und wird nach der UNFCCC-Methode Gold
Standard Technologies and Practices to Displace Decentralised Thermal Energy Consumption V.1 geprüft.

Emissionsreduktionen

Jährlich werden durch das gesamte Projekt ca. 120.000 t CO2e eingespart, davon ca. 10.000 t CO2e durch das Brunnenprojekt in Gatsibo.

Inbetriebnahme und Verifizierung

Die ersten Konstruktionsarbeiten starteten am 16. September 2014.
Mit der Registrierung am 15. Juni 2015 begann die erste Kreditierungsperiode von 7 Jahren. Der erste Monitoring-Report umfasst den Zeitraum 4. November 2014 bis 5. Februar 2016.